Baugutachten und Straußenei

März 11th, 2013 | Posted by Unternehmerinnen-Messe in Presse

Zum dritten Mal fand gestern in der Hermann-Allmers-Schule in Hagen die Unternehmerinnen-Messe statt. Knapp 100 Ausstellerinnen präsentierten ein vielfältiges Angebot, das rund 1600 Besucher anlockte. „Wir sind hochgradig zufrieden“, sagte Organisatorin Doris Wallert nach Messe-Ende.

Hagen. Dass die Männer gestern die Hermann-Allmers-Schule nur betreten durften, weil durch Hagen ein so eiskalter Wind wehte, ist natürlich ein böses Gerücht. Nein, ganz im Gegenteil waren die Herren der Schöpfung gern gesehen auf der Unternehmerinnen-Messe. Und die Herren, die ihrer Liebsten auf die Messe gefolgt waren, dürften ebenso wie die werte Gattin auf ihre Kosten gekommen sein.

3. Unternehmerinnen-Messe Hagen. Spaß auf der Messe: Straußenfarm-Besitzerin Ute Synowzik (links) im Gespräch mit Organisatorin Dors Walleit. FOTO: Thurm

3. Unternehmerinnen-Messe Hagen. Spaß auf der Messe: Straußenfarm-Besitzerin Ute Synowzik (links) im Gespräch mit Organisatorin Dors Walleit. FOTO: Thurm

Exakt 96 Ausstellerinnen präsentierten auf zwei Geschossen der Hermann-Allmers-Schule ihre Produkte. Dabei reichte die Palette weit über das herkömmliche Angebot eines Handwerker- oder Kunstmarktes hinaus. Die Besucher konnten sich ebenso bei einer Sachverständigen für Immobilien umfassend zum Thema Bauen informieren, aber auch über Straußenhaltung. Tanz, Modeschauen und Musikbeiträge wurden abwechselnd auf der Bühne geboten, während die ganz wissensdurstigen Besucherinnen der Messe im Hörsaal diversen Vorträgen lauschen konnten.

Die Organisatorinnen Doris Walleit – Frau der ersten Messe-Stunde – und Ina Eden, die zum ersten Mal Messe-Erfahrung schnupperte, konnten schon zur Mittagsstunde ein erstes positives Fazit ziehen. „Erfahrungsgemäß kommen zur Kaffeezeit noch viele Besucher, aber wird sind mit dem Aufkommen zufrieden, der Besuch ist trotz des Wetters gut“, freute sich Doris Walleit, die in der Hagener Verwaltung für die Wirtschaftsförderung in der Samtgemeinde zuständig ist. Als Besucher sind Männer stets willkommen, mitspielen, Pardon mit ausstellen dürfen sie nicht.

„Eine Versicherung wollte gern einen Stand aufbauen, doch der Chef dort ist ein Mann. Ihm musste ich absagen“, erzählte Doris Walleit. Ohnehin stößt die Schule langsam an ihre Kapazitätsgrenze. „Beim letzten Mal hatten wir noch 103 Aussteller, doch die Stände werden immer größer, viele wollen mehr Präsentationsfläche.“ Dass die Hagener Unternehmerinnen-Messe sich längst zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat, lässt sich nicht nur an den Besucherzahlen ablesen. „Viele Ausstellerinnen profitieren von der Messe nicht gleich“, wusste Doris Walleit zu berichten. Auch nach Monaten flattern noch Aufträge herein. Zudem hat sich weit über die Gemeindegrenzen hinaus herumgesprochen, dass die große Messe im kleinen Hagen gut ankommt. „Wir haben Ausstellerinnen aus Bremen, Oldenburg, aus dem ganzen Landkreis Cuxhaven und aus der Wesermarsch“, listete Ina Eden auf. Etwa die Hälfte der Ausstellerinnen komme aus Hagen selbst.

Die Organisatorinnen hatten bereits überlegt, einen anderen Ausstellungsort zu suchen, stießen mit ihrer Idee jedoch auf Ablehnung. „Die Frauen wollen unbedingt in der Hermann-Allmers-Schule bleiben“, sagte Doris Walleit, „sie schätzen diese besondere Atmosphäre.“ Dabei vergaß sie nicht, auch einen Mann zu loben – den Schulleiter der Hermann-Allmers-Schule Hajo Stührenberg. „Der lässt uns hier alles machen“, schwärmte Doris Walleit.

Mittendrin im Gewusel trafen die Besucherinnen natürlich auch die Bürgermeisterin. Sie führte gestern eine polnische Delegation aus der Partnergemeinde Pluznica durch den Messestandort. „Diese Messe ist für Hagen ein super Aushängeschild“, freute sich Susanne Puvogel. Die Messe habe sich gut entwickelt und könne vielen Frauen Mut machen, sei es auf dem Weg in die Selbstständigkeit oder auf dem Weg zurück in die Arbeitswelt.

Beeindruckt von der Vielfalt des Angebots zeigten sich auch Magdalena Szczepanik, die stellvertretende Bürgermeisterin von Pluznica und Miroslawa Tomasik, die sich um die Wirtschaftsförderung der 5500-Seelen-Gemeinde kümmert und gleichzeitig zuständig ist für die Aktivierung der ländlichen Gebiete in Polen. „Diese Messe ist etwas Neues für uns. Wir haben so etwas nicht bei uns“, erzählten sie. In Polen würden Frauen und Männer nur gemeinsam ausstellen. „Aber es wäre zu überlegen, ob wir so eine Messe nicht auch bei uns einmal machen sollten.“

Erst überlegt und dann zur Teilnahme an der Messe entschlossen hatte sich auch Ute Synowzik. Die frühere Landwirtin aus Loxstedt-Hahnenknoop betreibt seit rund eineinhalb Jahren eine Straußenfarm. Mittlerweile hält sie sechs Tiere. Die – obwohl weiblich – hatte sie gestern zur Premiere nicht mitgebracht. Wohl aber alles, was es auch in ihrem Hofladen zu kaufen gibt – von Eiern bis Federschmuck. Auch für sie war diese Messe ein Erfolg, selbst nach Polen hat erste Kontakte geknüpft.

Baugutachten und Straußenei

Dritte Unternehmerinnen-Messe in Hagen bietet nicht nur den weiblichen Besuchern ein vielfältiges Angebot

Zitat:
„Die Messe ist ein super Aushängeschild für Hagen.“
Bürgermeisterin Susanne Puvogel

Quelle: Weser-Kurier vom 11. März 2013 (von Michael Thurm)

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